Gerd

Leben ist nichts, für das man um seinen Job herum noch Platz schafft. Nein, vielmehr ist alles Leben – sowohl die Arbeit, wie auch das, was wir Freizeit oder was auch immer nennen wollen. Leben ist und muss immer ein Ganzes sein – alles andere ist Trash, Müll, nur erdachtes Leben.

alles, was um einen Job herum gebaut ist, wird zum bloßen Erfüllungsgehilfen, den “Job” wieder besser machen zu können. Niemal ist dabei die Rede von Leben. Das Leben scheint einen Sinn zu haben: unseren Job zu machen – und den möglichst gut. E muss mehr für andere bringen, als das eigene Wohlbefinden fördern. Wenn das so ist, dann müssen wir nur noch funktioniern. Ich will hier nicht sagen, dass im Dienste anderer zu zu wirken, nicht das wahrscheinlich Erfüllendste für uns Menschen ist, das es gibt, doch dabei spricht kkeiner von Arbeit, die nur um ihrer Selbst Willen getan wird, und wo das Wort Leben nicht mehr vorkommt.

So haben wir uns einst – kurz nachdem wir auf die Welt gekom men sind, nicht vorgestellt. Das kann ja lustig werden, wenn ich nicht bemerke, was da eigentlich vor sich geht. Ich bin erzogen worden, den Maßstäben der Gesellschaft zu folgen, ihr zu dienen und auf keinen Fall zu fragen, ob denn da noch mehr für mich drinn ist.

Diesen Gedanken könnte ich noch unendlich weiterspinnen und würde doch immer nur zum gleichen Ergebnis kommen, nämlich, dass ich nicht die Fäden in der Hand habe – oder zumindest scheint es so. Nein, es ist tatsächlich so. Das heißt, ich weiß es in den meisten Fällen nicht, bemerke aber, dass es nach allem, was ich bisher im Leben erfahren durfte, anscheinend so läuft.

Der eklatante Unterschied ist der, dass es nicht die Masse, die gesellschaft ist, die über mein Leben wirklich bestimmen kann und sollte, sondern, dass alles einfach so abläuft, wie es abläuft. Und keine innere Macht der Welt, nicht mein freier Wille, mein Manifestations-Guru und auch nicht die ausgeklügelsten Visualisationsverfahren können daran etwas ändern. Schlecht drauf nach der Nachricht? Kann ich verstehen. Macht aber nichts. Es ist so. Damit werde ich nicht zum Verkünder irgend einer Wahr heit oder “der” Wahrheit. Ich sehe nur, was wirklich geschieht. Und auch dui siehst es . vielleicht willst du nicht und verschiebst lieber hier und da die Ursache nach draußen, um dann jammern zu können und anderen und der Welt di Schuld zu geben. Tatsächlich geschieht alles, ohne ein “Dich” zu fragen, ob es ihm gefällt. Und doch ist es niemals einen äußere macht, die nicht auch im Inneren wäre, die Macht über dich hätte.

Was also wäre da eine gute Lösung?

Welche LÖsung? Wer sagt, dass es eine gibt? Und wofür eigentlich und für wen?

Wenn mal die Fragen geklärt wären, dann würden die ewigen Fragen, die sinnlosen, wie die scheinbar sinnvollen einfach aufhören und verschwinden und es wäre Frieden da. Doch wollen wir das? Will ich das? Nun, ich werde darüber einmal gründlich nachdenken. Dann werde ich zu dem Schluss kommen, dass sich auch mein Nachdeneken nicht auszahlt und ich wieder mit nichts da stehe. Und dieses Nichts, dass unbeschreibbar ist und auf ein Fehlen jeglicher Existenz hinweist, ist doch im Grunde das, was wir sind, was eigentlich abgeht. Wir sind schlicht und ergreifend nichts. Wir sind einfach nicht. und doch können all die wunderbaren, wie die weniger schönen und die grausamen Dinge einfach geschehen. Sie werden dann aufhören zu geschen, wenn wir sie nicht mehr wahrnehmen. Sie nicht mehr zu sehen heißt, sie gehen zu lassen. Wir sind nur der Beobachter all der Taten der Welt – einer Welt im Inneren, einer, die wir selber sind.

Wise 0wl

Wen kümmert es schon, ob du erwachst? Der Erleuchtung ist es egal, ob du sie erreichst. Das, was erwachen kann ist immer schon erwacht – sonst wird nichts erwachen.

Es beginnt eigentlich erst dann. Vorher gab es viel Versuche, zu leben und das Leben darin zu suchen, übermäßig viele Anstrengungen zu unternehmen. „Das Erwachen braucht uns nicht, aber wir brauchen das Erwachen“ könnte man sagen. Das soll bedeuten, alles ist immer schon wie es immer war, im zustandslosen Zustand des Erwacht-Seins. Wo sollte das Sein sich sonst aufhalten, welche entlegenen Winkel des Universums sollte es wohl sonst aufsuchen. Das Sein ist immer da, und wir sind es. Du bist es, du warst es zu keiner Zeit nicht. Es ist alles immer schon da, alles, was ES sein kann. Ich bin ES, obwohl ich es nicht bin. Doch ES ist ich, als ich. Das Universum ist es selber als ich, als Du, als Er, als der Fisch im Wasser und der in der Pfanne. Niemals war etwas anderes, als DAS.

Wieso wir auf die Suche gehen, liegt in unserer Natur. Das Leben selber erlebt sich im Zustand des Suchers, des Suchens, desjenigen, der immer das will, was gerade nicht ist. Es gibt also keine Chance, es zu ändern und niemanden, der es ändern könnte. Weil da kein Jemand ist und auch kein Niemand, der seine eigene Abwesenheit wahrnehmen könnte. Deshalb ist es auch nicht richtig zu sagen, dass wir nichts tun können. Es ist vielmehr so, dass da niemand ist, der „etwas“ oder „nichts“ tun könnte. Nichts zu tun, bedeutet auch etwas. Weder das eine noch das andere, aber nicht der mittlere Weg, wie er im Buddhismus beschrieben wird. Gehen wir also davon aus, dass nichts getan werden kann, bedeutet das keineswegs, die Hände in den Schoß zu legen. Wenn Tat geschieht, dann tun wir, was nahe liegt, wenn keine Tat zu vollbringen ist, dann tun wir nicht(s). Weder Tun noch Nicht-Tun und zugleich sowohl Tun als auch Nicht-Tun sind der Weg der nicht gegangen wird; es ist mehr diese Art von Weg, wie wir eine Art zu sein beschreiben würden. Die Gedanken folgen sich selber, es braucht und gibt niemanden, der Herr oder Besitzer der Gedanken wäre. Der Verstand und der Gedanke sind identisch und finden sich manifestiert als Denken selber wieder. Wenn gedacht wird, dann ist „Denken“, alles, was es in diesem Moment gibt. Es ist immer nur alles, was es gibt. Nicht einmal der Moment ist real, weil sich sonst zwischen dem Denken und dem Moment etwas dazwischen schieben könnte. Doch diese Vorstellung ist selber nur ein Gedanke, der sich als wiederum neues und einzigartiges Sein zeigt. Da ist weder ein Ende dieses Denkens noch jemals ein Anfang des Denkens.

Des Menschen ganzer Stolz scheint sein Denken zu sein. Sich vorzustellen, das Leben, wie es einst sein könnte, sich vorab auszudenken, sich eine Vorstellung davon zu machen, um es dann irgendwann in der Zeit – die nicht existiert – zu verwirklichen. Zu verwirklichen zu etwas, das selber keinen Bestand mehr hat, wenn es dann verwirklicht wurde. Denn wenn ich sage, dass ich etwas verwirklichen möchte – die Betonung liegt auf möchte – dann befinde ich mich ausschließlich in Gedanken, denn dieser Gedanke ist in dem Moment alles, was es da ist. Und wenn ich mir Vorstellungen über einen gewünschten Zustand mache, der in Zukunft eintreten sollte, dann ist wiederum alles, was es in diesem Moment gibt, dass ich mir Gedanken um ein zukünftiges Ereignis mache. Ich sehe, dass ich am Ende niemals irgendwo ankomme. Dieses Ankommen ist eine Illusion, ebenso, wie die Vergangenheit eine Illusion ist, die nur in der Gegenwart in Form einer Erinnerung an etwas, dass anscheinend geschehen ist, in/als (meinem) Bewusstsein auftaucht.

Was also existiert dann überhaupt?
Nichts und alles!

Nichts und alles, weil „alles“ existiert, was wir uns vorstellen (als Vorstellung) und „nichts“, weil es keine eigene, unabhängige Existenz von irgendetwas gibt. Nichts ist unabhängig, doch alles ist frei in dieser Nicht-Unabhängigkeit. Das Einzelne, das Individuelle betrachtet, gibt es Abhängigkeit von scheinbar anderen Individuen oder Lebensumständen. Wenn wir jedoch als das Leben selber funktionieren, gesehen, dann sind beide Begriffe ad Absurdum geführt. Nur in unserem kleinen Verstand, der nur ein Gedanke und in diesem Moment stattfindet, läuft das ab, was wir unser und das Leben andere nennen. Der Verstand kann nicht sehen, dass er ein Teil dessen ist, das er selber erklären und worüber er die Herrschaft haben möchte – wie absurd.

Wir können entspannen und einfach genießen, können vertrauen, weil alles, was zu existieren scheint, nur das ist, was schon immer hier und jetzt war. Das ist alles – das ist, was es ist. Es gibt nichts mehr darüber zu sagen. Alles, was ist, ist.

Dann kommt wieder der Verstand, der sagt, aber dann muss ich ja nichts mehr tun.
Das ist richtig, noch ist es nicht richtig. Es geschieht einfach, was geschieht. Vielleicht geschieht es, dass jemand denkt, er könnte jetzt nichts mehr tun. Dann ist genau dies, was geschieht. Wenn jemand beginnt, große Veränderungen in der Welt in Gang zu setzen, dann ist auch das nur, was geschieht. Man könnte sagen, es geschieht niemals etwas und man kann sagen es geschieht immer etwas. Auch diese beiden Aussagen widersprechen sich überhaupt nicht. Es sind eben nur zwei mit dem Denken gemachte Aussagen über ein nicht zu begreifendes Sein, dessen eigenes Phänomen es ist. Das Denken ist ein Phänomen des Abwesenden, des ewig Unsichtbaren, es ist sozusagen nur eine Erscheinung innerhalb von DEM.

Du bist so sehr das, dass du es selber nicht sehen kannst. Du wirst es auch niemals wirklich sehen können. So, wie die Augen sich selber nicht erblicken können und die Nase sich nicht selber riechen kann. Es zu erklären, heißt, es zu verfehlen. Doch warum so viele Worte darüber verlieren. Aber wer verliert denn Worte und worüber? Es geschieht nur Klang und es scheint dem Klang zu gefallen, sich zuzuhören und dabei in sich selber zu verschwinden. Es ist, wie es der Wunsch des Apfels ist, zu reifen, somit es auch der Wunsch gewisser, anscheinender Personen, Worte über unsagbar interessante Dinge zu verlieren. Alles, was gesagt wird, ist nicht wichtig, aber es kann gewiss interessant sein für niemanden.

Persönliche Transformation beschreibt sowohl einen Prozess innerhalb der Zeit, als auch die unmittelbare Erfahrung, dass wir immer schon transformiert sind.

Aus Sicht unseres momentanen, an die Zeit gebundenen Ich-Gefühls würde eine Transformation heißen, sich von einem „Etwas“ in eine anderes „Etwas“ zu verwandeln, wobei uns beide Formen als weiterhin als Erfahrungshintergrund erhalten blieben. Wir beobachten sozusagen von einer neutralen Beobachtersicht, ohne von der Verwandlung selber berührt zu werden. Was aber wäre dann verwandelt worden? Nun, diese Art, Verwandlung würde die alltäglichen Aspekte und Gewohnheiten unseres täglichen Lebens betreffen. Zum Beispiel unser Aussehen, unser Verhalten, die Lebensgewohnheiten wie Essen, Bewegung, Schlafen und Lernen. Allerdings ist da immer noch jemand da, der diese Verwandlung beobachten und vor allem beurteilen will. Der Beobachter und sein gewohnheitsmäßiges Muster des Verhaltens wäre dann von dieser Verwandlung nicht betroffen. Aber kann ich von einer Transformation sprechen, wenn ich nicht zu einem anderen werde? Oder kann ich nur von einer sprechen, wenn gerade das nicht passiert? Wann also geschieht wirkliche Transformation?

Es geht hier bei den Erklärungen lediglich um die Entdeckung eines offenbaren Geheimnisses. Es gilt, zu entdecken, dass wir uns zwar von einer Raupe in einen Schmetterling verwandeln, doch niemals etwas anderes gewesen sind, als dieser Schmetterling. So werde ich also nicht zu etwas anderem, doch bleibt nach einer vollkommenen nichts mehr von mir übrig. Nichts, das ich zuvor als „Ich“ bezeichnet habe. Wie aber kann das sein? Wir können es unserem Verstand nicht klar machen. Dabei wird jedoch das ich nicht, wie bei einer herkömmlich verstandenen Veränderung, gegen ein anderes Ich ausgetauscht, stattdessen wird entdeckt, dass Transformation bedeutet, in eine komplett andere Form (Form steht hier stellvertretend für alle Phänomene) verwandelt zu werden. Und fortan leben wir in einem Zustand, wie wir immer schon gemeint waren. Dies meint, wenn ich sage, dass wir schon immer der Schmetterling waren, zu dem wir jetzt scheinbar geworden sind.

Und so ist – um bei diesem Beispiel zu bleiben – der Schmetterling das, was er schon immer war, auch als er noch als Puppe oder Raupe erschien. Nur mit einem Unterschied: zuvor hat er sich als Raupe oder Puppe identifiziert ohne zu wissen, dass er eigentlich ein Schmetterling ist. Doch niemals, zu keiner Zeit war er etwas anderes, als das Offenbare Geheimnis des Schmetterlings. Er war jedoch niemals eine Biene, die zu einem Schmetterling geworden wäre. Dies ist der Unterschied zwischen Veränderung und Transformation.

Diese Ausführung betrifft natürlich zuerst und vorrangig die von mir erwähnte zeitliche Dimension der Transformation. Als Nicht-zeitlich bezeichne ich die Tatsache, dass Schmetterling und Raupe niemals voneinander zu trennen sind. Und so verhält es ich mit Leben und Tod ebenfalls. Das Paradoxe jedoch ist, dass es sich den Parametern von Zeit entzieht. Deshalb möchte ich gerne in meinen Ausführungen noch einen Schritt weiter gehen. Transformation ist das, was wir in Wirklichkeit sind. Aus einer entwicklungshistorischen Sicht könnte man es auch Evolution nennen – allerdings hier mit Einschränkung, da sich die Evolutionstheoretiker den Passus der Fortentwicklung auf die Fahne geschrieben haben.

Während Transformation lediglich Entfaltung meint, Entfaltung von dem, nicht zu dem, was wir immer schon sind. Zu keiner Zeit gibt es etwas, das wir mehr oder weniger wären, als irgend etwas anderes. Und einer der unnachhaltigsten Aspekte in dem ganzen Spiel ist das, was wir Ich nennen. Jede Identifikation mit mir als Person, als dieser oder jener Körper oder dieser oder jener Geist ist darin eine unhaltbare These. In diesem sich ständig verwandelndem Urgrund bewegen wir uns ständig mit, tanzen auf den „Schwingen des Augenblicks“ und versuchen dabei ständig einen Blick von unserem Ich zu erhaschen. Es ist gerade dieses Erhaschen-Wollen, das unser Leid erzeugt. Dieses ständige hinter dem letzten Augenblick Herlaufen hält uns in den eigenen Klauen fest. Ja, es klaut uns das, was wir in Wahrheit sind: das sich in ständigem Wandel befindliche Selbst.

Nun, dieses Selbst zu suchen, würde uns wieder in die Irre führen, weil jegliche Suche, also die geistige Regung, die woanders hinschaut, um zu sein, uns sofort wieder aus dem Zustand des Glücks hinausführt. Wenn wir erkannt haben, dass wir ein Selbst sind, dann werden wir feststellen, dass wir nirgends zu finden sind. Wir erleben uns – bzw. da ist Erleben – ohne uns jedoch definieren zu müssen. Es besteht nicht mehr die Notwendigkeit, nach dem zu suchen, dass wir anscheinend sind. Jedes Suchen bedeutet, sich zu entfernen. Indem wir suchen, bewegen wir uns von uns selbst weg (natürlich findet auch das nur als Erleben statt, niemals in Wirklichkeit). Wir sind das Suchende und das Gesuchte zugleich – wir sind, was wir suchen.

Why are you unhappy?
Because 99.9 per cent of everything you think, and of everything you do, is for yourself —
And there isn’t one.

Warum bist du unglücklich?
Weil 99,9 Prozent von allem, was du denkst und von allem was du tust, dreht sich um dich selbst -
doch da ist gar keiner.

— von Wei Wu Wei

Ich stand da, in der Präsenz der Liebe, eine strahlende Kraft von Liebe und schaute, ob ich sehen konnte, dass es wirklich Liebe war und nicht bloß eine künstliche Laune. Für den Anfang konnte ich es tatsächlich in seiner Präsenz sehen. Es gab einen Raum, der als absolut unerschütterliches Vertrauen auftauchte, um mich für mich selbst zu öffnen.

Es gab keine Notwendigkeit für Abwehr oder Verteidigung, welche sich unmittelbar auflösten. Es dauerte einen Moment, zu sehen, dass sie gegangen waren, während ich völlig nackt und frei von Angst dastand.

Alle oberflächlichen Schichten freundlicher Konversation verbrannten im Nu. Dieses “Wie geht es dir?” und “Danke gut” wurden unmittelbar durch die schiere Freude, einfach “da” zu sein, verdeckt. In diesem Moment war alles am richtigen Ort, alles war OK und perfekt, so wie es war.

Alles war richtig in dieser Welt.

Das Ding mit Authentizität ist, wenn du dich erst darum kümmern musst, dann ist es das nicht. Es ist viel unmittelbarer als das. Es wird dir auch nicht helfen, Wasser zu beschreiben, wenn du durstig bist. Aber trink einfach ein Glas Wasser und du weißt. Es macht keine Worte erforderlich.

Diese Art von Wissen, diese Art direkter Erfahrung ist es, was Authentitzität am nächsten kommt. Diese Flamme, diese spielerische Leuchtkraft von Macht, Klarheit und Mut. Es ist nicht so, dass es zu beschreiben, es ungültig machte. Es ist eher so, dass die Unfähigkeit, es beschreiben zu können, eher den Beweis darstellt.

Es ist ein unmittelbares Erkennen eines vertrauten Zustandes, eines inneren Wissens und einer Vertrautheit. Nicht weil etwas Persönliches darin wäre, oder dass diese Erfahrung oder irgendwas an uns besonders wäre, weil wir solche Momente erleben. Wenn es zu dir nach Hause kommt, an deine Türe klopft und du neugierig und misstrauisch hinter deinem Schutz aus Ketten und Hindernissen hervorschaust und du zum ersten Mal einen Blick davon erhaschst, dann gibt es keinen Zweifel: das letzte, wonach du fragst ist die Herkunft oder ein Beweis. Das Erkennen ist direkt und unmittelbar. Du reißt die Tür so schnell wie möglich auf. Deine Hände schieben alle Schlösser auf und ermutigt und freudig schreist du aus: Komm herein, komm schon herein, komm endlich und geh’ niemals mehr weg.

Es ist so: es gibt keine Probe, keine Vorbereitung. Es gab nicht mal einen frühere Gelegenheit, womit du es vergleichen könntest. Es ist, wie zum allerersten mal. Das ist das Original, kein Test, kein Trockenversuch. Und doch weißt du, weil du weißt, und es ist, wie du weißt.

Ich schaute von diesem Raum aus auf alles, was ich hätte darüber noch sagen können. Und es schien, dass es nichts weiter darüber zu sagen gab. Oder genauer: es schien, als ob nichts übrig geblieben war, das darüber noch hätte gesagt werden können. Alles war bereits gesagt.

Ja, wenn es das war, wenn da wirklich nicht mehr Worte existierten, dann würde es wohl so sein müssen.

Doch es gab da noch ein letztes Ding zu sagen, das ich bisher nicht gesagt hatte: “Das ist alles, was ich bin und I love you”.

“We have a basic conditioning, probably in some form of Christian religion, of which little remains today but its ethical content, or in one of the modern psychologies, that of Freud, Adler, or Jung, or in some scientific discipline, all of WeiWuWeiwhich are fundamentally and implacably dualist. Then the [seeking] urge manifests, and we start reading. Every time we happen on a statement or sentiment that fits in with our conditioned notions we adopt it, perhaps with enthusiasm, at the same time ignoring, as though they did not exist, the statements or sentiments which either we did not like or did not understand. And every time we re-read the Masters or the sutras we seize upon further chosen morsels, as our own jig-saw puzzle builds up within us, until we have a personal patchwork that corresponds with nothing on Earth that could matter in the least. Not in a thousand million kalpas could such a process produce the essential understanding that the urge is obliging us to seek.”

from Ask The Awakened, 1963

Siehe auch Dr. Gregory Tucker und den Recovery Process News – The Recovery Process by Dr. Gregory Tucker takes the dreamer home to the fact it’s easier to be who we are than who we aren’t and can never be!

ZenmanAlle Erwachten, alle Lebewesen sind nichts als der Eine Geist, neben dem nichts anderes existiert. Dieser Geist, der ohne Anfang ist, ist ungeboren und unzerstörbar. Er ist weder grün noch gelb, hat weder Form noch Erscheinung. Er gehört nicht zu der Kategorie von Dingen, die existieren oder nicht-existieren. Auch kann man nicht in Ausdrücken wie alt oder neu von ihm denken. Er ist weder lang noch kurz, weder groß noch klein, denn er überschreitet alle Grenzen, Maße, Namen, Zeichen und Vergleiche. Du siehst ihn stets vor dir, doch sobald du über ihn nachdenkst, verfällst du dem Irrtum. Er gleicht der unbegrenzten Leere, die weder zu ergründen noch zu bemessen ist.

Der Eine Geist allein ist Befreiung, und es gibt keinen Unterschied zwischen Erwachten und sog. Nicht-Erwachten, nur dass diese an Formen festhalten und im Außen die Befreiung suchen. Durch eben dieses Suchen aber verlieren sie sie. Denn sie benutzen den Geist, um den Geist zu erfassen. Doch in Wirklichkeit kann niemals ein Jemand erwachen. Selbst wenn sie ein Äon lang ihr Äußerstes leisten würden, sie könnten die Befreiung doch nicht erreichen. Sie wissen nicht, dass ihnen in dem Augenblick, in dem sie das begriffliche Denken loslassen und ihre Unruhe vergessen, Befreiung “da” ist; denn dieser Geist ist “Alles-was-es-gibt”, und das ist alles, was alle Lebewesen sind. Der Eine Geist ist nicht kleiner, wenn er sich in gewöhnlichen Dingen, noch größer, wenn er sich als Erwachter manifestiert. Wenn Erwachen geschieht, wird gesehen, dass niemand da ist oder war, der erwachen kann.

Freie Übersetzung aus: Der Geist des Zen – Die Lehre des Huang-Po

Quelle: J. Blofeld (Hrsg.)