Wen kümmert's schon?

Veröffentlicht durch Gerd um 16:03 Essays Keine Antworten »
Jan 062010

Wen kümmert es schon, ob du erwachst? Der Erleuchtung ist es egal, ob du sie erreichst. Das, was erwachen kann ist immer schon erwacht – sonst wird nichts erwachen.

Es beginnt eigentlich erst dann. Vorher gab es viel Versuche, zu leben und das Leben darin zu suchen, übermäßig viele Anstrengungen zu unternehmen. „Das Erwachen braucht uns nicht, aber wir brauchen das Erwachen“ könnte man sagen. Das soll bedeuten, alles ist immer schon wie es immer war, im zustandslosen Zustand des Erwacht-Seins. Wo sollte das Sein sich sonst aufhalten, welche entlegenen Winkel des Universums sollte es wohl sonst aufsuchen. Das Sein ist immer da, und wir sind es. Du bist es, du warst es zu keiner Zeit nicht. Es ist alles immer schon da, alles, was ES sein kann. Ich bin ES, obwohl ich es nicht bin. Doch ES ist ich, als ich. Das Universum ist es selber als ich, als Du, als Er, als der Fisch im Wasser und der in der Pfanne. Niemals war etwas anderes, als DAS.

Wieso wir auf die Suche gehen, liegt in unserer Natur. Das Leben selber erlebt sich im Zustand des Suchers, des Suchens, desjenigen, der immer das will, was gerade nicht ist. Es gibt also keine Chance, es zu ändern und niemanden, der es ändern könnte. Weil da kein Jemand ist und auch kein Niemand, der seine eigene Abwesenheit wahrnehmen könnte. Deshalb ist es auch nicht richtig zu sagen, dass wir nichts tun können. Es ist vielmehr so, dass da niemand ist, der „etwas“ oder „nichts“ tun könnte. Nichts zu tun, bedeutet auch etwas. Weder das eine noch das andere, aber nicht der mittlere Weg, wie er im Buddhismus beschrieben wird. Gehen wir also davon aus, dass nichts getan werden kann, bedeutet das keineswegs, die Hände in den Schoß zu legen. Wenn Tat geschieht, dann tun wir, was nahe liegt, wenn keine Tat zu vollbringen ist, dann tun wir nicht(s). Weder Tun noch Nicht-Tun und zugleich sowohl Tun als auch Nicht-Tun sind der Weg der nicht gegangen wird; es ist mehr diese Art von Weg, wie wir eine Art zu sein beschreiben würden. Die Gedanken folgen sich selber, es braucht und gibt niemanden, der Herr oder Besitzer der Gedanken wäre. Der Verstand und der Gedanke sind identisch und finden sich manifestiert als Denken selber wieder. Wenn gedacht wird, dann ist „Denken“, alles, was es in diesem Moment gibt. Es ist immer nur alles, was es gibt. Nicht einmal der Moment ist real, weil sich sonst zwischen dem Denken und dem Moment etwas dazwischen schieben könnte. Doch diese Vorstellung ist selber nur ein Gedanke, der sich als wiederum neues und einzigartiges Sein zeigt. Da ist weder ein Ende dieses Denkens noch jemals ein Anfang des Denkens.

Des Menschen ganzer Stolz scheint sein Denken zu sein. Sich vorzustellen, das Leben, wie es einst sein könnte, sich vorab auszudenken, sich eine Vorstellung davon zu machen, um es dann irgendwann in der Zeit – die nicht existiert – zu verwirklichen. Zu verwirklichen zu etwas, das selber keinen Bestand mehr hat, wenn es dann verwirklicht wurde. Denn wenn ich sage, dass ich etwas verwirklichen möchte – die Betonung liegt auf möchte – dann befinde ich mich ausschließlich in Gedanken, denn dieser Gedanke ist in dem Moment alles, was es da ist. Und wenn ich mir Vorstellungen über einen gewünschten Zustand mache, der in Zukunft eintreten sollte, dann ist wiederum alles, was es in diesem Moment gibt, dass ich mir Gedanken um ein zukünftiges Ereignis mache. Ich sehe, dass ich am Ende niemals irgendwo ankomme. Dieses Ankommen ist eine Illusion, ebenso, wie die Vergangenheit eine Illusion ist, die nur in der Gegenwart in Form einer Erinnerung an etwas, dass anscheinend geschehen ist, in/als (meinem) Bewusstsein auftaucht.

Was also existiert dann überhaupt?
Nichts und alles!

Nichts und alles, weil „alles“ existiert, was wir uns vorstellen (als Vorstellung) und „nichts“, weil es keine eigene, unabhängige Existenz von irgendetwas gibt. Nichts ist unabhängig, doch alles ist frei in dieser Nicht-Unabhängigkeit. Das Einzelne, das Individuelle betrachtet, gibt es Abhängigkeit von scheinbar anderen Individuen oder Lebensumständen. Wenn wir jedoch als das Leben selber funktionieren, gesehen, dann sind beide Begriffe ad Absurdum geführt. Nur in unserem kleinen Verstand, der nur ein Gedanke und in diesem Moment stattfindet, läuft das ab, was wir unser und das Leben andere nennen. Der Verstand kann nicht sehen, dass er ein Teil dessen ist, das er selber erklären und worüber er die Herrschaft haben möchte – wie absurd.

Wir können entspannen und einfach genießen, können vertrauen, weil alles, was zu existieren scheint, nur das ist, was schon immer hier und jetzt war. Das ist alles – das ist, was es ist. Es gibt nichts mehr darüber zu sagen. Alles, was ist, ist.

Dann kommt wieder der Verstand, der sagt, aber dann muss ich ja nichts mehr tun.
Das ist richtig, noch ist es nicht richtig. Es geschieht einfach, was geschieht. Vielleicht geschieht es, dass jemand denkt, er könnte jetzt nichts mehr tun. Dann ist genau dies, was geschieht. Wenn jemand beginnt, große Veränderungen in der Welt in Gang zu setzen, dann ist auch das nur, was geschieht. Man könnte sagen, es geschieht niemals etwas und man kann sagen es geschieht immer etwas. Auch diese beiden Aussagen widersprechen sich überhaupt nicht. Es sind eben nur zwei mit dem Denken gemachte Aussagen über ein nicht zu begreifendes Sein, dessen eigenes Phänomen es ist. Das Denken ist ein Phänomen des Abwesenden, des ewig Unsichtbaren, es ist sozusagen nur eine Erscheinung innerhalb von DEM.

Du bist so sehr das, dass du es selber nicht sehen kannst. Du wirst es auch niemals wirklich sehen können. So, wie die Augen sich selber nicht erblicken können und die Nase sich nicht selber riechen kann. Es zu erklären, heißt, es zu verfehlen. Doch warum so viele Worte darüber verlieren. Aber wer verliert denn Worte und worüber? Es geschieht nur Klang und es scheint dem Klang zu gefallen, sich zuzuhören und dabei in sich selber zu verschwinden. Es ist, wie es der Wunsch des Apfels ist, zu reifen, somit es auch der Wunsch gewisser, anscheinender Personen, Worte über unsagbar interessante Dinge zu verlieren. Alles, was gesagt wird, ist nicht wichtig, aber es kann gewiss interessant sein für niemanden.

Jan 062010

Persönliche Transformation beschreibt sowohl einen Prozess innerhalb der Zeit, als auch die unmittelbare Erfahrung, dass wir immer schon transformiert sind.

Aus Sicht unseres momentanen, an die Zeit gebundenen Ich-Gefühls würde eine Transformation heißen, sich von einem „Etwas“ in eine anderes „Etwas“ zu verwandeln, wobei uns beide Formen als weiterhin als Erfahrungshintergrund erhalten blieben. Wir beobachten sozusagen von einer neutralen Beobachtersicht, ohne von der Verwandlung selber berührt zu werden. Was aber wäre dann verwandelt worden? Nun, diese Art, Verwandlung würde die alltäglichen Aspekte und Gewohnheiten unseres täglichen Lebens betreffen. Zum Beispiel unser Aussehen, unser Verhalten, die Lebensgewohnheiten wie Essen, Bewegung, Schlafen und Lernen. Allerdings ist da immer noch jemand da, der diese Verwandlung beobachten und vor allem beurteilen will. Der Beobachter und sein gewohnheitsmäßiges Muster des Verhaltens wäre dann von dieser Verwandlung nicht betroffen. Aber kann ich von einer Transformation sprechen, wenn ich nicht zu einem anderen werde? Oder kann ich nur von einer sprechen, wenn gerade das nicht passiert? Wann also geschieht wirkliche Transformation?

Es geht hier bei den Erklärungen lediglich um die Entdeckung eines offenbaren Geheimnisses. Es gilt, zu entdecken, dass wir uns zwar von einer Raupe in einen Schmetterling verwandeln, doch niemals etwas anderes gewesen sind, als dieser Schmetterling. So werde ich also nicht zu etwas anderem, doch bleibt nach einer vollkommenen nichts mehr von mir übrig. Nichts, das ich zuvor als „Ich“ bezeichnet habe. Wie aber kann das sein? Wir können es unserem Verstand nicht klar machen. Dabei wird jedoch das ich nicht, wie bei einer herkömmlich verstandenen Veränderung, gegen ein anderes Ich ausgetauscht, stattdessen wird entdeckt, dass Transformation bedeutet, in eine komplett andere Form (Form steht hier stellvertretend für alle Phänomene) verwandelt zu werden. Und fortan leben wir in einem Zustand, wie wir immer schon gemeint waren. Dies meint, wenn ich sage, dass wir schon immer der Schmetterling waren, zu dem wir jetzt scheinbar geworden sind.

Und so ist – um bei diesem Beispiel zu bleiben – der Schmetterling das, was er schon immer war, auch als er noch als Puppe oder Raupe erschien. Nur mit einem Unterschied: zuvor hat er sich als Raupe oder Puppe identifiziert ohne zu wissen, dass er eigentlich ein Schmetterling ist. Doch niemals, zu keiner Zeit war er etwas anderes, als das Offenbare Geheimnis des Schmetterlings. Er war jedoch niemals eine Biene, die zu einem Schmetterling geworden wäre. Dies ist der Unterschied zwischen Veränderung und Transformation.

Diese Ausführung betrifft natürlich zuerst und vorrangig die von mir erwähnte zeitliche Dimension der Transformation. Als Nicht-zeitlich bezeichne ich die Tatsache, dass Schmetterling und Raupe niemals voneinander zu trennen sind. Und so verhält es ich mit Leben und Tod ebenfalls. Das Paradoxe jedoch ist, dass es sich den Parametern von Zeit entzieht. Deshalb möchte ich gerne in meinen Ausführungen noch einen Schritt weiter gehen. Transformation ist das, was wir in Wirklichkeit sind. Aus einer entwicklungshistorischen Sicht könnte man es auch Evolution nennen – allerdings hier mit Einschränkung, da sich die Evolutionstheoretiker den Passus der Fortentwicklung auf die Fahne geschrieben haben.

Während Transformation lediglich Entfaltung meint, Entfaltung von dem, nicht zu dem, was wir immer schon sind. Zu keiner Zeit gibt es etwas, das wir mehr oder weniger wären, als irgend etwas anderes. Und einer der unnachhaltigsten Aspekte in dem ganzen Spiel ist das, was wir Ich nennen. Jede Identifikation mit mir als Person, als dieser oder jener Körper oder dieser oder jener Geist ist darin eine unhaltbare These. In diesem sich ständig verwandelndem Urgrund bewegen wir uns ständig mit, tanzen auf den „Schwingen des Augenblicks“ und versuchen dabei ständig einen Blick von unserem Ich zu erhaschen. Es ist gerade dieses Erhaschen-Wollen, das unser Leid erzeugt. Dieses ständige hinter dem letzten Augenblick Herlaufen hält uns in den eigenen Klauen fest. Ja, es klaut uns das, was wir in Wahrheit sind: das sich in ständigem Wandel befindliche Selbst.

Nun, dieses Selbst zu suchen, würde uns wieder in die Irre führen, weil jegliche Suche, also die geistige Regung, die woanders hinschaut, um zu sein, uns sofort wieder aus dem Zustand des Glücks hinausführt. Wenn wir erkannt haben, dass wir ein Selbst sind, dann werden wir feststellen, dass wir nirgends zu finden sind. Wir erleben uns – bzw. da ist Erleben – ohne uns jedoch definieren zu müssen. Es besteht nicht mehr die Notwendigkeit, nach dem zu suchen, dass wir anscheinend sind. Jedes Suchen bedeutet, sich zu entfernen. Indem wir suchen, bewegen wir uns von uns selbst weg (natürlich findet auch das nur als Erleben statt, niemals in Wirklichkeit). Wir sind das Suchende und das Gesuchte zugleich – wir sind, was wir suchen.

Ask The Awakened

Veröffentlicht durch Gerd um 15:56 Artikel, Essays Keine Antworten »
Nov 132009

Why are you unhappy?
Because 99.9 per cent of everything you think, and of everything you do, is for yourself —
And there isn’t one.

Warum bist du unglücklich?
Weil 99,9 Prozent von allem, was du denkst und von allem was du tust, dreht sich um dich selbst -
doch da ist gar keiner.

— von Wei Wu Wei

Präsenz der Liebe

Veröffentlicht durch Gerd um 16:38 Artikel, Essays Keine Antworten »
Nov 092009

Ich stand da, in der Präsenz der Liebe, eine strahlende Kraft von Liebe und schaute, ob ich sehen konnte, dass es wirklich Liebe war und nicht bloß eine künstliche Laune. Für den Anfang konnte ich es tatsächlich in seiner Präsenz sehen. Es gab einen Raum, der als absolut unerschütterliches Vertrauen auftauchte, um mich für mich selbst zu öffnen.

Es gab keine Notwendigkeit für Abwehr oder Verteidigung, welche sich unmittelbar auflösten. Es dauerte einen Moment, zu sehen, dass sie gegangen waren, während ich völlig nackt und frei von Angst dastand.

Alle oberflächlichen Schichten freundlicher Konversation verbrannten im Nu. Dieses “Wie geht es dir?” und “Danke gut” wurden unmittelbar durch die schiere Freude, einfach “da” zu sein, verdeckt. In diesem Moment war alles am richtigen Ort, alles war OK und perfekt, so wie es war.

Alles war richtig in dieser Welt.

Das Ding mit Authentizität ist, wenn du dich erst darum kümmern musst, dann ist es das nicht. Es ist viel unmittelbarer als das. Es wird dir auch nicht helfen, Wasser zu beschreiben, wenn du durstig bist. Aber trink einfach ein Glas Wasser und du weißt. Es macht keine Worte erforderlich.

Diese Art von Wissen, diese Art direkter Erfahrung ist es, was Authentitzität am nächsten kommt. Diese Flamme, diese spielerische Leuchtkraft von Macht, Klarheit und Mut. Es ist nicht so, dass es zu beschreiben, es ungültig machte. Es ist eher so, dass die Unfähigkeit, es beschreiben zu können, eher den Beweis darstellt.

Es ist ein unmittelbares Erkennen eines vertrauten Zustandes, eines inneren Wissens und einer Vertrautheit. Nicht weil etwas Persönliches darin wäre, oder dass diese Erfahrung oder irgendwas an uns besonders wäre, weil wir solche Momente erleben. Wenn es zu dir nach Hause kommt, an deine Türe klopft und du neugierig und misstrauisch hinter deinem Schutz aus Ketten und Hindernissen hervorschaust und du zum ersten Mal einen Blick davon erhaschst, dann gibt es keinen Zweifel: das letzte, wonach du fragst ist die Herkunft oder ein Beweis. Das Erkennen ist direkt und unmittelbar. Du reißt die Tür so schnell wie möglich auf. Deine Hände schieben alle Schlösser auf und ermutigt und freudig schreist du aus: Komm herein, komm schon herein, komm endlich und geh’ niemals mehr weg.

Es ist so: es gibt keine Probe, keine Vorbereitung. Es gab nicht mal einen frühere Gelegenheit, womit du es vergleichen könntest. Es ist, wie zum allerersten mal. Das ist das Original, kein Test, kein Trockenversuch. Und doch weißt du, weil du weißt, und es ist, wie du weißt.

Ich schaute von diesem Raum aus auf alles, was ich hätte darüber noch sagen können. Und es schien, dass es nichts weiter darüber zu sagen gab. Oder genauer: es schien, als ob nichts übrig geblieben war, das darüber noch hätte gesagt werden können. Alles war bereits gesagt.

Ja, wenn es das war, wenn da wirklich nicht mehr Worte existierten, dann würde es wohl so sein müssen.

Doch es gab da noch ein letztes Ding zu sagen, das ich bisher nicht gesagt hatte: “Das ist alles, was ich bin und I love you”.

Wei Wu Wei

Veröffentlicht durch Gerd um 18:39 Essays Keine Antworten »
Nov 082009

“We have a basic conditioning, probably in some form of Christian religion, of which little remains today but its ethical content, or in one of the modern psychologies, that of Freud, Adler, or Jung, or in some scientific discipline, all of WeiWuWeiwhich are fundamentally and implacably dualist. Then the [seeking] urge manifests, and we start reading. Every time we happen on a statement or sentiment that fits in with our conditioned notions we adopt it, perhaps with enthusiasm, at the same time ignoring, as though they did not exist, the statements or sentiments which either we did not like or did not understand. And every time we re-read the Masters or the sutras we seize upon further chosen morsels, as our own jig-saw puzzle builds up within us, until we have a personal patchwork that corresponds with nothing on Earth that could matter in the least. Not in a thousand million kalpas could such a process produce the essential understanding that the urge is obliging us to seek.”

from Ask The Awakened, 1963

Siehe auch Dr. Gregory Tucker und den Recovery Process News – The Recovery Process by Dr. Gregory Tucker takes the dreamer home to the fact it’s easier to be who we are than who we aren’t and can never be!

Okt 012009

ZenmanAlle Erwachten, alle Lebewesen sind nichts als der Eine Geist, neben dem nichts anderes existiert. Dieser Geist, der ohne Anfang ist, ist ungeboren und unzerstörbar. Er ist weder grün noch gelb, hat weder Form noch Erscheinung. Er gehört nicht zu der Kategorie von Dingen, die existieren oder nicht-existieren. Auch kann man nicht in Ausdrücken wie alt oder neu von ihm denken. Er ist weder lang noch kurz, weder groß noch klein, denn er überschreitet alle Grenzen, Maße, Namen, Zeichen und Vergleiche. Du siehst ihn stets vor dir, doch sobald du über ihn nachdenkst, verfällst du dem Irrtum. Er gleicht der unbegrenzten Leere, die weder zu ergründen noch zu bemessen ist.

Der Eine Geist allein ist Befreiung, und es gibt keinen Unterschied zwischen Erwachten und sog. Nicht-Erwachten, nur dass diese an Formen festhalten und im Außen die Befreiung suchen. Durch eben dieses Suchen aber verlieren sie sie. Denn sie benutzen den Geist, um den Geist zu erfassen. Doch in Wirklichkeit kann niemals ein Jemand erwachen. Selbst wenn sie ein Äon lang ihr Äußerstes leisten würden, sie könnten die Befreiung doch nicht erreichen. Sie wissen nicht, dass ihnen in dem Augenblick, in dem sie das begriffliche Denken loslassen und ihre Unruhe vergessen, Befreiung “da” ist; denn dieser Geist ist “Alles-was-es-gibt”, und das ist alles, was alle Lebewesen sind. Der Eine Geist ist nicht kleiner, wenn er sich in gewöhnlichen Dingen, noch größer, wenn er sich als Erwachter manifestiert. Wenn Erwachen geschieht, wird gesehen, dass niemand da ist oder war, der erwachen kann.

Freie Übersetzung aus: Der Geist des Zen – Die Lehre des Huang-Po

Quelle: J. Blofeld (Hrsg.)

Love, Mind, Time and Space

Veröffentlicht durch Gerd um 23:39 Erwachen, Essays Keine Antworten » Kennzeichnung: , ,
Aug 182009

When you are in your life, live it here and now, because it’s the only time and place that exists at all. Love your life, love all that you know, all that you can perceive and all that is surrounding you. Appearently you are surrounded by nature, by other people, by problems, by the weather, and by so many other things you believe in. So, what do I mean by “Love”?

By love I don’t mean that you have to love your spouse, your car, your husband, your house and all the things that might be so beautiful in life, nor do I not. By love I mean that you agree to be here and now, and that you can see that there is no other time and place to go than here and now, anyway. To love means to be here and now without any other excuses, without any doubt but with your presence which knows that it has no other place and time, but here and now. Not even having a choice to make: that is real freedom, peace, and thus love. But even though, you can say that you love all that surrounds you, all times and centuries, each and every person you meet, all the wonderful plants and flowers, animals and even the buildings and the cities you live in, and last but not least the pure nature. You might also admire some famous persons, arts and movies, that appear in your life – all that is fine. But understand this: This is all worth to think of, because you are that which is seen, admired, loved, choosen and enjoyed – all there is is all there is, and THAT IS YOU.

TheFieldIn this YOU, you can set goals for your life that come true, can plan the future by figuring it out, earn a lot of money and spend time to reach that goal. But look at this: There is no real future nor is there a past, there is no space in which you can move on, nor is there no space and no time. They are all concepts and pictures in the mind. The future doesen’t really exist because there is no point of which you can say that it exists. When you search for a position or a spot in the future, there will be only now, only now in your present experience – nothing else. The same is when you go back into the past (I mean you can’t), there is also no point that marks it, nor is there a line that leads to future or past. It is just a concept, really. Time and space only exist in the mind – and the mind itself is space and time. So what is the substance? …. no substance!! Just consiousness.

So, let’s go a step further if possible. The only thing (not even a thing) with time that may exist is a “function” with two different directions. First: towards that which might be going to happen in a future and second: that which seemed to be happened already (in the past). Therefore, there are only directions in which our awareness or attention is pointed to. So, the future and the past are only directions of the “mind-not-willing” to be present.

So, when you get that, you will also lose the present because there is no present. A present which is discribed is not present any longer, and so you can say, that, to have no present, you have no mind either. And that which is left is just this – and that is WHAT YOU ARE.

It’s the same understanding with space. When you move your body from one point to another, you imagined yourself to be at a different place before you had moved there. But, by just being “that”, you feel and see no difference, because of losing your mind the moment you move. That what you might feel and see anyway is a different environment, different landscape, different people, different buildings and so on and on and on…

…But this is all noticed by the little observer, called “me” or “I” or an objectifed subject, which is called a person with a body.

And after all, this is all wonderful and there is no reason left to reject all this. And yet: this is what is called the “illusion” or “Maya” in Hinduism. Maya in its function means that “I am” but there is no one to find anywhere at any time, nor has anyone ever been existing.

Gerd

Leben und Tod

Veröffentlicht durch Gerd um 23:35 Essays Keine Antworten » Kennzeichnung: , , , , ,
Aug 182009

Der Tod ist dann, wenn du nicht (präsent) bist. Der Tod in Gedanken, beschreibt ein Ende, das dich zu betreffen scheint, doch wer ist derjenige, der stirbt und wer derjenige, der den Tod erfährt?

Kannst du wirklich ohne den Gedanken auskommen, dass es den Tod nicht gibt und er dich niemals ereilen wird, oder willst du dich nur vom Eigentlichen abwenden aus angst, dass auch du zu den Auserwählten gehörst?

leben-todWenn du ehrlich zu dir bist, dann wirst du niemanden entdecken, der dich von dir und deinem Tod befreien kann – weder von deiner Angst vor dem Tod, noch von deiner Angst, vor dem Versagen im Leben.

Alles Leben fließt aus dem heraus, was am ehestes mit Tod bezeichnet werden könnte – das Nicht-Existierende. Doch da das Nicht-Existierende ja nicht existiert, kann es auch nicht erfahren oder erfasst werden. Nur sein können wir es, nur sein!

Wer kann wirklich wissen, was es bedeutet zu leben? Der, der lebt. Wer kann wirklich wissen, was es bedeutet, zu sterben? Der, der stirbt.

Wenn derjenige, der stirbt und derjenige, der das Sterben wahrnimmt, der Gleiche sind, wie kann dann Sterben existieren? Nur im Sein, das du bist!

Wenn es ein Sterben gibt, dann scheint es immer dann stattzufinden, wenn der Beobachter nicht anwesend ist, oder wenn das Objekt der Beobachtung (das Sterbende) in einer anderen Perspektive zu existieren scheint, als der Beobachter.

Wenn Tod die Abwesenheit von Leben bedeuten soll, wie um Gottes Willen, haben wir dann dies herausgefunden? Ist der Tod und das Leben nicht Beides, nur ein simpler Trick des Seins, Spannung zu erzeugen? Oder existiert nicht einmal das Sein? Und was bedeutet es überhaupt, zu sein?

Welche Fragen kannst du stellen, die noch genug Stärke und Kraft besitzen, einer Untersuchung wie dieser standzuhalten?

Lass einmal deinen Körper, deine Geschichte, die Zeit, deine Eltern, den Morgen und den Abend, die unterschiedlichen Jahreszeiten, die Schulzeit, die Ferien mit deinen Eltern, deine Kindheitserlebnisse, deine Geschenke, alles beiseite und …sieh.

Sieh einmal das was da ist, als das was da ist und betrachte es, als ob es das letzte Mal und das erste Mal ist, dass du es wahrnehmen kannst und konntest. Wo existieren jetzt Zukunft, wo Vergangenheit und wo die Gegenwart, in der dein Körper existiert?

Tod ist, was nicht ist. Gedanken über etwas, die nicht repräsentieren, was jetzt ist und die uns in das Nicht-Existierende zu führen scheinen und uns damit vom “So-wie-es-ist” wegführen, sind Tod. Wenn ein (angenommenes) Etwas als “nicht mehr lebend” bezeichnet wird, bekommt es die Eigenschaft “tot”. Was ist nötig, nicht “tot” zu sein?

Gerd

Einfach erwachen

Veröffentlicht durch Gerd um 22:29 Berichte, Essays Keine Antworten » Kennzeichnung: , , ,
Aug 182009

Erwachen ist zig Male geschehen. Es ist nicht nur einmal geschehen, nein immer und immer wieder, in kleinen Etappen, in großen Schritten, je nach dem, wo ich mich gerade befand. Es hing immer irgendwie von meinem gerade gegenwärtigen Geisteszustand ob, oder aber von der Umgebung, in der ich mich gerade befaErwachennd. Ich meine, es ist nicht so sehr geschehen, dass ich mir Datum und Tag oder sogar das Jahr gemerkt hätte, es kam einfach so über mich und hinterließ jedes Mal eine tiefe Freude in mir. Doch es war niemals so, als hätte ich Erwachen erfahren, so anmaßend war ich dann doch nicht. Es geschah schon in meiner frühen Kindheit, ich weiß es, weil ich immer nur nach einer Sache gesucht habe – Gott. Obwohl ich nicht zu beschreiben vermag, wie sich dieses Gefühl oder die Suche selber spürbar und erfahrbar gemacht hatten, weiß ich dennoch, dass es sich bei mir um die einzige wahre Suche gehandelt haben muss, die Suche nach Gott oder dem Höchsten, wenn man es so nennen möchte. Ich konnte als Kind einfach nicht begreifen, was hinter all DEM steckt. Und so kam, was immer kommt, ich wurde ein Suchender. Immer und stets, kann man sagen, war ich innerlich auf der Suche nach dem, was hinter all dem steckt. Ich war jedoch nicht von einer Neugier, die dem Leben seinen Drive fasziniert, es war eher so etwas, wie Verzweiflung, da ich erkannte, dass ich, wenn ich Es nicht finden würde, niemals glücklich sein könnte in Zukunft. Aus meiner Sicht war das Leben eher ei-ne Qual, als ein Genuss. Immer war ich mit der Frage nach dem Sinn hinter den Dingen beschäftigt. Es kam soweit, dass ich weder in der Schule noch zuhause imstande war, mich auf eine Sache zu konzentrieren. Und obwohl ich nicht wusste, was ich da tat, so ist mir zumindest heute bekannt, dass es die sehnsuchtsvolle Suche nach der Wahrheit war, die mich antrieb. Wenngleich sie mich auch nirgends anders hintrieb, als in oftmals tiefe Grübeleien. Aber dennoch: ich habe gewusst, dass es mehr geben musste, als das übliche Auge aufzunehmen vermochte. Ich konnte sagen, dass ich es wusste und gleichzeitig nicht wusste, wie „offensichtlich“ alles für mich war. Das, was ich zu suchen glaubte, musste hier direkt vor mir liegen, es konnte unmöglich nicht vor mir liegen. Immer wieder kamen mir solche Bilder, dass Gott nicht da oben hausen musste, sondern direkt hier, ja direkt in dem, was hier ist. Ich wusste, Gott war alles und in allem, er war niemals getrennt von mir und ich war niemals getrennt von ihm. Es gab ein Verständnis, das sehr, sehr subtil und feiner, wie Seidenpapier schien. All meine Bemühungen, es zu finden, schlugen fehl, und so kam ich zu dem Schluss, dass es vielleicht doch da draußen sein müsse und das war der Beginn meiner Suche, es war die Geburt des Suchers. Es begann das Leben des Suchers. Dieser Suche war im weiteren Lauf seines Lebens jedoch niemals bereit große Schwierigkeiten auf sich zu nehmen, um es auch zu finden. Immer begleitet von dem stillen Wissen, dass es eben doch nicht dort draußen sein konnte.

Die häufigen Male, in denen Erwachen passierte, kamen viel, viel später in mein Leben. Und es ist hier auch nicht wichtig, wie oft und wodurch sie ausgelöst wurden. Und obwohl sie sich in ihrer Dauer und Art sehr zu unterscheiden schienen, kann ich doch von einem im innersten Kern identischen Erleben sprechen. Es war immer so, dass ich zurückblieb – ja, an das, was zurückblieb kann ich mich am besten erinnern – in einer Freude, die mich umgab und mir zu verstehen gab, dass es weder irgendetwas zu fürchten, noch, etwas weiteres zu erfahren oder zu erleben gäbe, dass DEM je gleichzusetzen wäre. Es war ein Gefühl und zugleich war es nur ein pures, immerwährendes Wissen, wie wirklich “OK“ jetzt alles war. Das Universum schrumpfte auf meine Größe und zugleich wurde ich größer als ein Universum – ja, ich war das Universum und es war ich. Das Universum wurde zu dem, was ich bin. Getaucht in tiefes, friedliches Sein und ei-ner Bereitschaft, “ES“ so zu lieben, wie es ist, immer war und sein wird. Zugleich war da niemand mehr von Bedeutung, der all dies erfuhr. Es war kein “Ich“ mehr da, dass dieses erfuhr, es erfuhr sich selber. Dennoch gab es kein goldenes Licht oder ein Gefühl körperlicher Ekstase, das dies begeleitet hätte, nein, es schien beinahe nüchtern und ohne jeden Schnörkel einfach da zu sein, um zu sagen: „Es ist vo-bei, es war immer schon vorbei, nichts hat es je anders gewollt, als so. Es ist so, und darüber hinaus ist nichts, nur so, nur das.“ Es schien mich zu umgeben, ganz in sich aufzunehmen – ich war gleichzeitig erfüllt von ihm und auch war es erfüllt von mir. Da war keine Trennung, kein jemand, der etwas zu erfahren schien, obwohl alles unendliche Erfahrung war. Eigentlich gab es nur Erfahrung, alles wurde zu wahrnehmender Erfahrung ohne Wahrnehmenden – da war nur Wahrnehmen ohne Wahrgenommenes. Das war das höchste Wissen, ein Wissen, das nicht zu wissen brauchte, weil es nichts zu wissen gab.

Alle meine Erfahrungen, die ich gemacht hatte, hatten dieselbe Wirkung auf mich, auf mich, den es gar nicht gab und der er auch keine Erfahrungen gemacht hatte – und schon gar nicht aus eigenem Anlass -, sie ließen eine tiefes „Einverstanden sein“ in mir zurück. Rückblickend haben jene Erfahrungen einfach den Wert von Erfahrungen. Und Erfahrungen sind so, wie der Finger der auf den Mond zeigt – sie sind nicht DAS. Auch diese Erkenntnis entstammt aus eben diesen Erfahrungen, die nicht der Mond selber sind. Aber was wären wir manchmal ohne Finger? Nun denn, alles. Doch alleine die Erinnerung an sie, die Erfahrungen der Einheit, vermag zum Absoluten zurückzuführen. Etwa so, wie jemand, der an die duftenden Blumen des Frühlings denkt und dem unmittelbar ihre Schönheit klar wird, ja, dem sie vor Augen tritt, so werden die Erinnerungen an DAS zu einer Art Wissen, das einfach immer da ist – es ist das Wis-sen das niemals endet und niemals begonnen hat.

Ich habe im Laufe der Jahre herausgefunden, dass das Leben einfacher wird, doch nicht unbedingt leichter. Zumindest ist das bei mir nicht der Fall. Immer noch nervt es, wenn unbezahlte Rechnungen ins Haus flattern, die Bank wieder Ärger macht mit dem überzogenen Konto und die Partnerin zum x-ten Male an mir herumnörgelt. Natürlich habe ich auch gedacht, es würde einfacher, dass eine Art ewiger Schwebezustand erreicht würde und einen die so genannten äußeren Dinge und Angelegenheiten nicht mehr bekümmern würden. Nein, es schien mir eher umgekehrt abzulaufen, so dass die Dinge noch praller und verwickelter wurden. Das war zumindest am Anfang noch sehr stark der Fall, und es schien eine Art Reinigung stattzufinden.

Nein, wirklich, das Leben wird einfach, doch nicht unbedingt leichter. Ich meine, es kann leichter werden, sicher eher, als zuvor, doch hier müssen wir hier aufpassen: ein “Zuvor”, wie wir es uns vielleicht vorstellen, hat es niemals gegeben, und auch ein „Danach“ gibt es nicht. Das sind alles illusionäre Konzepte des Verstandes, ES einfangen zu wollen. Und Erwachen geschieht immer wieder neu: jetzt.

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